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Wir sind gut hier in Kenya angekommen und es ist wirklich eine andere Welt, in der wir gelandet sind. Schon beim Landeanflug haben wir freilebende Giraffen gesehen und so wie in Europa überall in der Stadt die Tauben sitzen, sind hier Marabus vorhanden.

Die Leute sind sehr freundlich, sprechen ein wunderbares Englisch. Aber trotzdem gestaltet sich die Prüfung als schwierig. Na ja, mal abwarten, wie es in den kommenden Tagen so weitergehen wird…

Und ich? Ich habe jede Menge Stoff zum Nachdenken und versuche mich und meine Emotionen zu sortieren. Ich habe das Gefühl, ich wünsche mir nichts sehnlicher als K. nahe zu sein – und dass, obwohl ich doch vor ein paar Tagen noch ganz fest behauptet habe, meine Gefühle im Griff zu haben. Das ist aber auch echt schwierig, denn hier ist es nun mehr als deutlich erkennbar, dass es funkt zwischen uns. Und das macht die ganze Sache nicht gerade einfacher. Ich frage mich die ganze Zeit, was um alles in der Welt zwischen G. und mir nicht stimmt, so dass es tatsächlich für eine dritte Person möglich ist, so an Bedeutung zu gewinnen? Ich suche den Knackpunkt in mir und finde ihn einfach nicht. Ich komme mit der Nähe zu K. nicht klar und wünsche mir andererseits nichts mehr als ihm noch näher zu kommen. Mein Herz schlägt wie das eines dummen, verliebten Teenagers und ich schäme mich zutiefst dafür. Er berührt meine Seele, mein Herz und mich selber. Ich ziehe mich zurück in mich, was aber nur zur Folge hat, dass er mir noch näher kommt. Es ist so ein verdammter Zwiespalt zwischen Vernunft und Gefühl. Und er will wissen, was los ist…

Mann, verdammt! Merkst du das nicht? Du gehst mir nicht mehr aus dem Kopf! Du machst mich wahnsinnig und verfolgst mich bis in meine Träume. Ich kann nicht schlafen wegen dir!

Oh wie ich so was hasse, wenn ich meine Gefühle nicht kontrollieren kann!!!

8.5.07 17:30


Ich weiß gerade gar nicht, was passiert ist. Mir schwirrt der Kopf vor lauter Gedanken und die Gefühle fahren Achterbahn ohne Ende. Ist was passiert? Ich komme mir vor wie in einem Traum. Das kann nicht Realität sein. Das kann nicht passiert sein. Ich bin immer noch ich und ich bin ein Vernunftsmensch, der alle Dinge rational und mit einem kühlen Kopf löst. Aber wieso, wieso geht das dann diesmal nicht? Wieso halte ich meinen Gefühlen nicht stand? Was ist da los mit mir? Oh Herr, ich wünsche mir nichts sehnlicher als dass mein Herz aufhört zu schlagen und die Schmetterlinge in meinem Bauch nicht mehr so ein Chaos veranstalten.

Zum Glück wirkt die Schlaftablette jetzt endlich. Eine dritte fast vollständig schlaflose Nacht in Folge würde ich nicht überleben…

Ich brauche Ruhe und einen kühlen Kopf um morgen meinen Job machen zu können. Und doch … zähle ich schon die Stunden…

8.5.07 23:32


Die Schlaftablette hat ihre Wirkung gezeigt und mir ein paar traumlose Stunden Schlaf geschenkt. Dennoch gilt mein erster Gedanke, als ich aufwache dem Mann, der am anderen Ende des Hotels die Nacht verbracht hat. Ich habe ein schlechtes Gewissen, obwohl ich weiß, dass nichts Schlimmes passiert ist. Ich konnte an meiner Stimme gestern Abend am Telefon nicht verbergen, dass irgendwas geschehen ist und ich ziemlich durcheinander bin.

"Hey, was ist denn los? Geht es dir nicht gut? Du hörst dich überhaupt nicht gut an." Oh Mann, was soll ich da nur sagen? Mir geht es einerseits sehr gut, andererseits überhaupt nicht. Ich habe meine Gefühle offenbart und sie werden mehr als erwidert. Ich habe ihn geküsst und umarmt und fühle mich einerseits unheimlich schlecht, denn ich weiß, dass er a.) einer anderen "gehört" und b.) ich ebenfalls verheiratet bin. Das ist doch echt nicht wahr alles!

Aber wenn ich auf mein Herz höre sagt es mir ganz deutlich, dass ich verliebt bin. Ja, ich liebe meinen Mann, aber ich bin verliebt in K.! Oh, was für ein Chaos. Wie K. wohl die Nacht verbracht hat? Ich werde es in wenigen Minuten erfahren. Ich sehne mich zurück in seine Arme. Will seine Nähe und Wärme spüren und seine Lippen berühren. Mir steht der Kopf gerade gar nicht nach Audit durchführen. Ich möchte den ganzen Tag mit ihm verbringen, nicht getrennt sein von ihm, in seinen Armen versinken und mich in seinen braunen Augen verlieren. Ich weiß gar nicht, wann es mir zuletzt so gegangen ist… Als ich meinen Mann kennengelernt habe, war das irgendwie anders… Bei weitem nicht so intensiv! Aber wieso ist es dann jetzt so? Ich habe keine Idee… Ist es der Reiz des Verbotenen? Das kann ich mir kaum vorstellen. Erinnert er mich zu sehr an M.? Ist er ihm zu ähnlich? Vom Äußeren vielleicht, aber charakterlich überhaupt nicht. Oh Gott, wie soll ich den Tag bloß an seiner Seite überstehen, wenn mir nichts lieber wäre, als ihm nah zu kommen? Ich möchte meine Kiste wiederhaben, in der ich meine Gefühle sonst immer einsperren kann, um klar denken zu können. Aber ausgerechnet hier und jetzt funktioniert das nicht! *seufz*

9.5.07 06:47


Wie um alles in der Welt soll ich die kommenden Tage hier bloß überstehen? Es ist uns beiden klar, dass wir einander nicht verlieren wollen. Da ist zu viel zwischen uns. Aber ebenso gibt es viel zu viele Dinge, die dagegen sprechen. Mein Herz weint stumm vor sich hin...

9.5.07 10:52


Irgendwie ist alles klar und irgendwie auch gar nichts. Ihm geht es noch viel schlechter als mir mit dem ganzen Gefühlswirrwarr. Ich habe wenigstens – dank Schlaftabletten – ein wenig Ruhe gefunden, K. nicht.

Ich genieße ihn in jeder einzelnen Minute, die er bei mir ist und wünsche mir, dass diese Zeit niemals, niemals aufhört. Leider wissen wir beide, dass das nicht der Fall sein wird, denn auch die kommenden Wochen werden umgehen und wir werden wieder nach Hause fliegen – er zu seiner Frau und ich zu meinem Mann! Was für eine verdrehte Welt. Seine Hände zu fühlen, seinen Atem zu spüren und mich in ihm verlieren ist so etwas wunderschönes und intensives, dass es kaum auszuhalten ist. Was ist das zwischen uns?

Ist es nur eine lächerliche Affäre, die ausschließlich auf den sexuellen Reizen des anderen basiert? Nein, gewiss nicht. Es ist mehr. Auch wenn er "de facto" nicht mein Partner ist, so ist er es irgendwie doch. Er redet nicht von Affäre, sondern von Beziehung. Und zugleich hat er unheimlich Angst davor, was die "anderen" im Geschäft sagen würden, wenn sie das wüssten… Er hat ein schlechtes Gewissen und will meine Ehe nicht zerstören. Und er sagt, er liebt seine Frau. Alles total wirr!

Liebe ich meinen Mann? Was hat mich an meinem Mann so fasziniert? Er hat mich zu einer Zeit kennengelernt, als es mir sehr schlecht ging und er hat diese Zeit mit mir durchgestanden. Er ist bei mir geblieben in Momenten, wo viele andere gesagt hätten, dass sie damit nichts am Hut haben wollen. Deshalb liebe ich G.. Aber das, was zwischen K. und mir ist, ist um so vieles intensiver, als das, was ich bei G. erlebt habe… Sowas habe ich wirklich noch nie erlebt. Und er auch nicht…

Und nun?

Ich weiß, dass ich K. nicht haben kann, also begnüge ich mich damit, ihn jetzt bei mir zu haben. Ich weiß, dass ich ihn gehen lassen muss und ich weiß, dass mein Herz 1.000 Tode sterben wird, wenn wir zurück in Deutschland sind. "Kannst du so leben?" fragt er mich und ich kann ihm die Frage nicht beantworten. Ich weiß nur, ich will ihn nicht verlieren…

Damit ich ihn nicht verliere, müssen sämtliche Sehnsüchte und Wünsche verbannt werden, da ich Angst davor habe, dass sie mich zu sehr verletzen, wenn ich sie zulassen würde. Gut, dass ich so viel Übung darin habe, meine Bedürfnisse zu unterdrücken.

10.5.07 06:34


Ich pack das nicht! Ich schaffe es nicht. Ich sitze diesem Mann gegenüber und wünsche mir nichts sehnlicher als seine Nähe. Und zur gleichen Zeit zerreißt es mir das Herz, weil ich weiß, dass das alles nur eine Frage der Zeit ist. In vierzehn Tagen ist alles vorbei und ich werde ihn – außer im Büro – nicht sehen können. Was ist das bloß für ein Spiel? Ich könnte nur heulen, weil ich ihn so sehr lieb habe. Er glaubt, es ist das schlechte Gewissen, aber ich verschwende gerade keinen einzigen Gedanken an meinen Mann. Alle meine Gedanken sind bei K. und das einzige, was ich fühle ist Liebe und die traurige Gewissheit, dass das, was jetzt gerade ist, nicht so bleiben wird…

Ich brauche jemanden zum Reden. Ganz dringend! An meinem Arm sind neue Kratzer, aber ich weiß nicht wieso. Ich habe keine Ahnung woher sie kommen, aber es macht mich nachdenklich, denn Kratzer haben nun mal bei mir einen andere Ursache als normal.

Oh Gott, wie soll ich die kommenden Stunden im Büro überstehen, wenn er ständig in meiner Nähe ist? Es macht mich wahnsinnig. Ich bin so durcheinander. So was kenne ich gar nicht von mir. Mein Herz hat schon ewig lange nicht mehr so weh getan wie gerade jetzt…

Oh Herr, K. ich liebe dich. Ich spüre das und ich weiß, dass diese Story nicht gut ausgehen kann. Aber ich liebe dich so sehr….

Der Spagat zwischen Gefühl und Verstand ist so kräftezehrend. Es macht mich einfach nur fertig…

10.5.07 07:43


Ich bin so dumm, so dumm, so unendlich dumm! Wie konnte es mir nur passieren, dass ich mich so sehr verliebe? Und wieso konnte ich meine Gefühle nicht im Zaum halten. Ich liebe diesen Mann. Ich weiß es und ich fühle mich gerade so unendlich mies. Auch wenn ich weiß, dass es nicht so gemeint ist von ihm, fühle ich mich unendlich dreckig und benutzt. Wir haben miteinander geschlafen. So was schönes habe ich noch nie erlebt. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn liebe und nur wenige Minuten später beendet er alles! Ich fasse es nicht! Das darf nicht wahr sein. Das kann doch wirklich nicht wahr sein. Mein Herz blutet und ich würde am liebsten meinen ganzen Schmerz herausschreien. Ich liebe dich, mein Gott, ich liebe dich doch! Warum, warum nur musst du mir so weh tun? Was habe ich getan, dass ich schon wieder so eine schallende Ohrfeige bekomme? Was, Welt, was habe ich dir getan, dass ich immer und immer wieder so gestraft werde? Wieso macht er alles kaputt? Ja, ich weiß, wir sind beide verheiratet, aber ich weiß auch, dass ich diesen Mann abgöttisch liebe.

Er sagt, wenn er jetzt nicht Schluss macht und wir die kommenden gemeinsamen Wochen noch in Zweisamkeit genießen, dass es dann noch viel schmerzhafter wird, sich zu trennen. Er glaubt, er packt eine Trennung dann nicht mehr. Also dann lieber jetzt kurz und schmerzvoll als ein Leiden ohne Ende. Ich verstehe seine Argumentation einerseits ja schon irgendwie, aber andererseits schreit meine Seele vor Schmerz. Jetzt bin ich diejenige, die den Schmerz in vollem Ausmaß spüren und aushalten muss. Er hat sich und seine Ehe gerettet. Er kehrt zurück zum Alltag und ich, die Geliebte, das dumme Mädchen, das allen Ernstes davon geträumt hat, wenigstens ein paar schöne Tage mit ihm erleben zu dürfen, muss sehen, wo ich meine Gefühle hinpacke. Ich fühle mich so hundeelend. Könnte nur heulen die ganze Zeit. Er kommt zurück und sucht den Kontakt erneut, er legt den Kopf in meinen Schoß und erzählt mir, wie unendlich schön das eben war und anschließend steht er auf und geht. Einfach so. Einfach so. Ich finde den Aus-Knopf an meinem Herzen nicht. Die Liebe lässt sich nicht beherrschen und schon gar nicht kontrollieren. Er sagt, er hat Panik bekommen, deshalb diese Reaktion. Und er weiß nicht, ob es die richtige Entscheidung ist oder nicht. Oh Gott, ich zittere am ganzen Körper. Ich vermisse ihn. Ich vermisse seine Liebe. Ich weiß, dass er etwas ganz besonderes ist. Aber was bringt mir sein Gerede a la "Du wirst immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben!" wenn mein Herz nach ihm schreit. Es tut so weh … so unendlich weh…

10.5.07 20:10


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