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1. Was fällt dir spontan zum Thema SVV ein?

~ Die Probleme mit meiner Mutter
~ Alleine gelassen werden
~ auf sich selber gestellt sein
~ Unverständnis der Umwelt bzgl. meiner Gedanken und Gefühle
~ zu viel Verantwortung tragen müssen
~ ständige Verlustängste
~ nicht alleine sein können
~ Erlösung vom inneren Druck
~ wieder einen klaren Kopf kriegen
~ Rote Tränen, die glänzend über die Haut laufen
~ Fürsorglichkeit mit sich selber
~ Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse
~ stark sein für die Umwelt
~ Sich selber bestrafen, wenn man droht schwach zu werden
~ Klingen

2. Beschreibung (m)einer Person, die sich selbst verletzt:

~ Nach außen selbstsicher und immer stark
~ Sehr leistungsorientiert; "Leistung ist alles was zählt“
~ Steht mit beiden Beinen voll im Leben
~ Hat lernen müssen, auf die Erfüllung eigener Bedürfnisse und
Wünsche zu verzichten
~ Innerlich oft bis zum Zerreißen angespannt
~ stellt sich selber unter einen enormen Leistungsdruck
~ Äußerst selbstkritisch, verzeiht sich keine Fehler
~ Sehr nähebedürftig, sowohl emotional als auch körperlich
(enormer Nachholbedarf aus der Kindheit *grins*)
~ Braucht sehr oft die Bestätigung, dass die Menschen, die sie
liebt, sie auch mögen, insbesondere dann, wenn sie mal an
sich denkt und für sich selber was gutes tut.

3. Erzähl deine Lebensgeschichte.

Geboren als ältestes von fünf Kindern. Mutter bekommt bereits während der Schwangerschaft mit ihr an einer schweren Herzerkrankung, die sich über die ersten Lebensjahre des Mädchens hinzieht. Das Kind bekommt bereits als Zweijährige beigebracht, was sie tun muss, wenn die Mama wieder enorme Herzprobleme hat. Sie musste also schon als Kleinkind Verantwortung für das (Über-)Leben der Mutter übernehmen und lebte in der ständigen Angst, dass die Mutter sterben könnte und dass sie alles tun muss, um dies zu vermeiden. Es fand schon sehr früh ein Rollentausch statt: die Tochter sorgte für das Leben der Mutter und nicht umgekehrt. Das zweite Kind kommt zur Welt als das erste etwas über zwei Jahre alt ist. Das zweite Kind hat Veränderungen an den Atemwegen, erstickt während der Geburt und wird wiederbelebt. Es bleibt eine Behinderung zurück. Die ständige Gefahr des Erstickungstodes des Kindes belastet die Familie schwer. Für die ältere Tochter bleibt keine Zeit, um sich um sie zu kümmern, da die Erkrankung von Mutter und Bruder alle Aufmerksamkeit braucht. Die ältere Tochter wird aus der Not heraus äußerst schnell selbständig. Sie muss oft zurückstecken und "groß sein" obwohl sie das gar nicht war.

In den Folgejahren kommen noch drei weitere Geschwister zur Welt. Die Älteste fühlt sich zurückgesetzt; muss auf eigene kindliche Wünsche und Bedürfnisse verzichten. Als sie ins Gymnasium kommt, setzt die erste Phase ihrer Magersucht ein. Der Schulwechsel fällt ihr sehr schwer. Die Mutter bemerkt die Probleme und übt Druck aus ("Wenn du nicht sofort wieder isst und dich nicht weiter anstrengst in der Schule, nehmen wir dich da runter. Dann gehst du nur zur Realschule!" . Verständnis scheint es nicht zu geben. Der häufigste Satz, den die Tochter während der Kindheit und Jugend zu hören bekommt, wenn sie ihre Ängste und Sorgen mitteilt ist "Stell dich nicht so an! Anderen geht es viel schlechter als dir!" Dies hat zur Folge, dass sie sich immer weiter in sich zurückzieht. Sie unterdrückt ihre Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse inzwischen selbständig, um insbesondere der Mutter keine Probleme zu machen.

Die Mutter beginnt eine Umschulung und gleichzeitig wieder Vollzeit zu arbeiten, als das jüngste Kind in den Kindergarten kommt. Die Familie muss wie eine Firma funktionieren. Der ganze Tagesablauf ist auf die Minute genau vorgeplant und durchstrukturiert. Die älteste Tochter unterstützt – wie immer – die Mutter wo es nur geht. Für Gefühle und Nähe ist kein Platz. Wenn sie von ihren Geschwistern spricht, sind das "ihre Kinder".

Noch während der Umschulung beginnt die Erkrankung der Mutter an Myasthenia gravis (Erkrankung der Nerven, durch die die Reizübertragung unterbrochen wird. Nach und nach setzen immer mehr Muskeln aus, letztendlich bis hin zum Ausfall der Atmungsmuskulatur und des Herzens.). In den Folgejahren kommt die Mutter immer wieder längerfristig ins Krankenhaus. Die Tochter übernimmt den Haushalt und versorgt die Familie. Der Vater ist zwar da, wird aber von der Tochter fast nie in der Rolle des Vaters wahrgenommen.

Die Mutter wird Frührentnerin, sitzt im Rollstuhl. Eine Operation, die den Fortschritt der Krankheit stoppen könnte, verweigert die Mutter aus Angst. Die Tochter leidet sehr darunter, der Mutter zum ersten Mal im Leben nicht helfen zu können. Die Mutter grenzt die Tochter zum ersten Mal konkret aus. Sie will sich plötzlich nicht mehr von ihr helfen lassen.

Für die Sorgen und Nöte der Tochter hat die Mutter keinerlei Gefühl, was die Mutter ihr offen zu verstehen gibt. "Bei dir klappt immer alles! Du hast gar keine echten Sorgen! Anderen geht es viel, viel schlechter!"

Nach dem Abi beginnt die Tochter eine Lehre und zieht umgehend mit ihrem damaligen Freund zusammen, da sie die Situation im Elternhaus sehr belastet. Von ihrem Freund erhofft sie sich das Verständnis und die Zuneigung, die sie bei der Mutter vermisst hat. Die Beziehung geht schief. Er ist äußerst aggressiv, schreit viel rum, stiehlt Geld und macht viele Schulden. Er lügt und häufig ist er mit anderen Frauen unterwegs. Ihr offenes SVV beginnt. Zum Ende der Beziehung setzt die zweite Magersucht-Phase ein. Aus der Beziehung zerbricht. Sie zieht zurück ins Elternhaus.

Zuhause bleibt sie nur solange es sein muss und ist so oft wie möglich unterwegs. Kurz nach Abschluss des Studiums lernt sie ihren jetzigen Freund kennen. Sie führen zunächst eine Fernbeziehung.

Im zweiten Jahr der Beziehung verändert sich die Situation an ihrem Arbeitsplatz dramatisch. Sie erlebt das, was sie im Elternhaus und bei ihrem ersten Freund bereits kennen gelernt hat: Ablehnung, emotionale Kälte, Unverständnis, Beachtung nur dann, wenn 1.000 % Leistung gebracht wird; Aggressivität; ...

Da sie immer noch eine Fernbeziehung mit ihrem Freund führt, kann er sie in dieser Situation nicht auffangen. Die Magersucht bricht zum dritten Mal aus. Das SVV nimmt Überhand und steigert sich rapide in kürzester Zeit. Sie kann die Krankheit nicht mehr kontrollieren, lässt sich stationär einweisen. Dort bleibt sie drei Monate.

Sie kehrt nach der Klinik und einigen klärenden Gesprächen an ihren Arbeitsplatz zurück. Der Kontakt zum Elternhaus wird reduziert. Ihr Partner zieht zu ihr.

Heute ist der stationäre Aufenthalt ein Jahr her. Sie ist immer noch in therapeutischer Behandlung. Die Situation am Arbeitsplatz hat sich zunächst stark gewandelt, verschlechtert sich zur Zeit aber wieder deutlich. Sie ist auf Jobsuche.

Im Sommer 2006 wird sie heiraten.

Die Magersucht ist auf ein Minimum reduziert; SVV spielt immer noch eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Sie lebt es aber nicht mehr aus, kann die Impulse meist kontrollieren. Die ärztlichen Prognosen sagen, dass sie nie völlig gesund sein wird. Die Prägungen der Kindheit sind zu groß. SVV wird immer ein Teil ihres Lebens bleiben. Sie hofft, dass sie es aber weiterhin unter Kontrolle halten kann.

Durch die Therapie hat sie gelernt zu spüren, wenn es wieder zu einem Druckaufbau kommt. Sie kann ihn inzwischen ganz gut kontrollieren, so dass sie sich in diesen Situationen nicht verletzt.
Häufig quälen sie jedoch aggressive Gedanken und Vorstellungen, die sie sehr belasten. Besonders wenn diese Spannungen und Gedanken Stunden oder sogar Tage andauern, ist das sehr anstrengend. Sie kämpft darum, dass das SVV nicht wieder voll ausbricht, aber immer wieder passiert es, dass es genau in dem Moment zur Verletzung kommt, wenn der innerliche Druck nachlässt, sie aufhört gegen den Druck anzukämpfen und nicht mehr so sehr auf sich aufpasst. Es passiert also genau dann, wenn ich glaube, dass das Schlimmste überstanden ist.

Alter: 38
 

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